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CORONAVIRUS

Was bei den Corona-Gipfeln am Montag diskutiert wird

Am Vormittag wurde die Testsituation besprochen, am frühen Abend tagt Gecko noch einmal. Neue Maßnahmen werden nicht erwartet

Die neue Gecko-Kommission hat keine Zeit, durchzuatmen. Kaum sind die Weihnachtsfeiertage vorbei, starten die Krisensitzungen erneut. Für Montag stehen gleich zwei Gipfel auf dem Plan: Am Vormittag nimmt Gecko die Testsituation unter die Lupe.

Neben Vertretern der Labore nehmen auch die beiden Gecko-Spitzen, Generalmajor Rudolf Striedinger und die Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit Katharina Reich teil, ebenso Thomas Starlinger (Covid-19 Future Operations Clearing Board). Mit am Tisch sind darüber hinaus Vertreter der Bundesländer, der Bundesbeschaffungs GmbH sowie des Justiz- und des Verteidigungsressorts, hieß es am Montag auf APA-Anfrage seitens der Gecko-Kommission. Der Gipfel soll dazu dienen, den Ist-Stand in Sachen Testkapazitäten festzustellen und zu erheben, welche Möglichkeiten des Ausbaus bestehen.

Am frühen Abend dann schätzt die Kommission erneut die Lage ein. Neue Maßnahmen werden aller Erwartung nach aber nicht beschlossen oder empfohlen.

Tests: Wien vorne, Vorarlberg schwach

Doch wie steht es um die Testsituation in den einzelnen Bundesländern, wer hat Nachholbedarf? Aufschluss darüber gibt die Zahl der durchschnittlichen Tests pro Tag in der jüngsten Zeit. Verfügbar sind dazu auf Bundesländer heruntergebrochen die Zahlen bis zum 26. Dezember, und zwar die tägliche Summe aus behördlich angebotenen PCR- und Antigentests.

Gemessen an der Einwohnerzahl ist da Wien der absolute Spitzenreiter: Über 10.000 Tests pro 100.000 Einwohner und Einwohnerinnen wurden durchschnittlich durchgeführt. Am schlechtesten steht Vorarlberg mit nicht einmal einem Zehntel davon an Tests da. Die restlichen Bundesländer bewegen sich irgendwo zwischen gut 1.400 (Kärnten) und 4.000 (Salzburg) Tests pro Tag und 100.000 Einwohnern und Einwohnerinnen. In allen Bundesländern bis auf Wien werden deutlich mehr Antigen- als PCR-Tests durchgeführt.

Sieben-Tage-Inzidenz dennoch in Vorarlberg höher als in Wien

Diese Testzahlen spiegeln sich allerdings nicht in den Fallzahlen wider. In Wien, wo eben besonders viel getestet wird, lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 183, das ist im Bundesvergleich ein mittlerer Wert. Vorarlberg, das wenig testet, hatte die zweithöchste Inzidenz, hier lag sie bei 247. Davor kommt das Nachbarland Tirol mit einer Inzidenz von 261. Am niedrigsten war die Inzidenz in Burgenland (122). Die Testpositivrate ist also in Vorarlberg am höchsten: Momentan liegt sie bei 4,2 Prozent. Das heißt, gut vier Prozent der Corona-Tests, die gemacht werden, schlagen an.

Grundsätzlich aber geht die Infektionskurve in Österreich steil nach unten. Vor etwa einem Monat wurden Spitzenwerte von über 15.000 Neuinfektionen pro Tag gemessen, am Montag waren es nur 1.550. Das könnte sich rasch ändern: Das Corona-Prognosekonsortium geht schon im Jänner wieder von 15.000 neuen täglichen Fällen aus. Wie viele von diesen Fällen schon die Omikron-Variante ausmachen, ist unklar, in Wien allerdings ist die Variante bereits die dominante.

Impfungen: Burgenland an erster Stelle

Was die Durchimpfungsrate angeht, so zeigt sich ein etwas anderes Bild: Da ist das Burgenland an erster Stelle. Dort liegt die Durchimpfungsrate bei 75 Prozent – das heißt, drei Viertel der burgenländischen Bevölkerung haben momentan ein aktives Impfzertifikat. Schlusslicht ist da mit 66 Prozent Oberösterreich. In Test-Vorzeigebundesland Wien haben nur etwa 70 Prozent einen aufrechten Impfstatus, in Vorarlberg sind es 68 Prozent.

Bundesweit ging die Zahl der Impfungen in der Woche um Weihnachten zurück: In den sieben Tagen vor dem 25. Dezember wurden durchschnittlich 48.000 Impfungen pro Tag verabreicht. Besonders wenige waren es freilich an den Feiertagen: An Heiligabend ließen sich nur 5.800 Menschen impfen, am Tag darauf nur 3.800.

Keine neuen Maßnahmen geplant

Erst vergangene Woche empfahl die Gecko-Kommission neue Maßnahmen, die mittlerweile bereits in Kraft sind. So gelten seit Samstag strengere Einreisebestimmungen, seit Montag muss die Gastronomie wieder um 22 Uhr zusperren. Ungeimpfte sind außerdem wieder im kompletten Lockdown: Die Weihnachtsausnahme, die es erlaubte, Leute zu treffen, galt nur bis Sonntag. Nach jetzigem Stand soll sie aber an Silvester erneut gelten.

Als all das verkündet wurde, wurden weitere Maßnahmen und sogar ein Lockdown nicht ausgeschlossen. Zumindest für Montag ist Derartiges aber nicht zu erwarten: Schon im Vorfeld des Gecko-Gipfels hieß es, es ginge lediglich um eine Lagebewertung. Dennoch ist klar, dass sich die Lage bald ändern wird. Experten und Expertinnen betonen seit Wochen, dass Omikron alles verändern könnte.

Simulationsforscher Niki Popper sagte etwa am Montag im Ö1-“Morgenjournal“: “Wir werden mit Omikron einen gewissen Paradigmenwechsel haben.” Wie genau dieser vonstattengehen wird, ist aber immer noch unklar. Klar ist mittlerweile, dass Omikron deutlich ansteckender ist als die bisherigen Varianten, wie schlimm man erkrankt, wenn man sich damit infiziert, ist aber noch nicht geklärt. Popper formuliert das so: “Wir werden sehen, dass die Fallzahlen hochgehen, idealerweise gehen aber die schweren Erkrankungen zurück.” (Gabriele Scherndl, 27.12.2021)

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