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Die Ibiza-Chronik: Was bisher geschah

Jänner 2017: Irena Markovic, die später als „Ibiza-Maklerin“ bekannt wird, erzählt Tajana Gudenus, Ehefrau von Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus, von einer wohlhabenden Russin, die Interesse an Immobilien der Familie habe.

  • 24. März 2017: In einem Restaurant stellt ein Wiener Anwalt Johann Gudenus die vermeintliche Nichte eines Oligarchen vor mit dem Namen Aljona Makarow. Bei diesem ersten Zusammentreffen ist auch der Mann dabei, der später als „Ibiza-Detektiv“ bekannt wird.
  • 13. April 2017: – also drei Monate vor dem Ibiza-Dreh – kam es in einer Privatwohnung in Wien-Landstraße zu einem Treffen zwischen Johann Gudenus, dem mutmaßlichen Videohersteller und Detektiv Julian Hessenthaler sowie der Ibiza-Maklerin Irena Markovic; von dem Treffen wurden vier kurze Videos erstellt.
    Ende April 2017:

Bei einer weiteren Zusammenkunft zwei Wochen später, wurde Gudenus dann beim zweimaligen Kokainkonsum im Wiener Luxushotel Sofitel gefilmt. Auch Irena Markovic und Julian Hessenthaler waren bei diesen Meetings, wo Drogen eingenommen wurden, immer anwesend.
Juli 2017: In einer gemieteten Finca auf der Ferieninsel Ibiza werden der HC Strache und das Ehepaar Gudenus heimlich bei Gesprächen mit der vermeintlichen Oligarchen-Nichte und ihrem Begleiter, dem Ibiza-Detektiv, gefilmt. Die pikanten Gesprächsinhalte an dem Abend werden knapp zwei Jahre später als „Ibiza-Affäre“ in die Geschichtsbücher eingehen.
Spätsommer 2017: Der Wiener Anwalt, Dr. Ramin Mirfakhrai, informiert einen früheren SPÖ-Strategen darüber, dass er im Besitz eines „argen Videos“ über Strache und Gudenus sei.
Frühjahr 2018: Der Anwalt trifft sich mit einem SPÖ-nahen Werbeunternehmer im Wiener Café Mozart, um ihm das Ibiza-Video für eine „siebenstellige Summe“ anzubieten. Dieser informierte anschließend den damaligen SPÖ-Parteichef Christian Kern über die Existenz des Videos, später auch Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. Der damals geforderte Kaufpreis für das Material soll sechs Millionen Euro betragen haben. Der Deal soll aber nicht zustande gekommen sein.

  1. April 2019: In einer Dankesrede bei einer Preisverleihung macht der deutsche Satiriker Jan Böhmermann Andeutungen zu Inhalten des Videos.
    Mai 2019: Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Ibiza-Videos trifft sich der Ibiza-Detektiv in einem Wiener Hotel mit einem Grünen, der früher im Wahlkampfteam von Bundespräsident Alexander Van der Bellen tätig war. Er zeigt ihm Ausschnitte des Materials.
  2. Mai 2019: Die deutschen Medien „Spiegel“ und „SZ“ berichten erstmals über das „Ibiza-Video“. Die Nachricht schlägt hohe Wellen. Um die türkis-blaue Regierung durch die Krise zu tragen, einigt sich Bundeskanzler Sebastian Kurz in einem Gespräch mit HC Strache darauf, dass dieser zurücktreten müsse.
  3. Mai 2019: Strache und Gudenus erklären öffentlich ihre Rücktritte. Streitereien um das Innenministerium führen dazu, dass Kurz am Abend die Koalition trotzdem aufkündigt, um Neuwahlen zu ermöglichen.
  4. Mai 2019: Bundespräsident Alexander Van der Bellen terminiert Neuwahlen für September. Norbert Hofer tritt die Nachfolge von Strache als Parteichef an.
    20.Mai 2019: Die blauen Minister kündigen ihren Rücktritt an.
  5. Mai 2019: Van der Bellen lobt eine Übergangsregierung an.
  6. Mai 2019:
  1. SPÖ und FPÖ stürzen per Misstrauensvotum die Regierung Kurz.
  2. Juni 2019: Eine neue Regierung unter VfGH-Präsidentin Brigitte Bierlein wird angelobt.
  3. September 2019: Die ÖVP geht als klarer Gewinner aus den Neuwahlen hervor und bildet in weiterer Folge unter Bundeskanzler Sebastian Kurz eine Koalition mit den Grünen.
    Am 4. Juni 2020: Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Ibiza-Affäre nimmt seine Arbeit auf.
  4. September 2020: Die Oberstaatsanwaltschaft Wien übermittelt dem „Ibiza“-Untersuchungsausschuss Teile des Videosmaterials.
  5. Dezember 2020: Der VfGH entscheidet, dass dem Untersuchungsausschuss das gesamte Material des Ibiza-Videos übermittelt werden muss.
    10. Dezember 2020: Der per internationalem Haftbefehl gesuchte Ibiza-Detektiv wird in Berlin festgenommen.
  6. Jänner 2021: Der Ibiza-Detektiv gibt erstmals Interviews, in denen er u.a. behauptet, dass kein Geld geflossen sei.
  7. April 2021: Die Medien veröffentlichen in drei Teilen das komplette Ibiza-Video.
    8 . April 2021: Julian Hessenthaler bestätigte vor dem Untersuchungsausschuss, dass die Idee zum Ibiza-Video von ihm selbst gekommen sei. Zum Verkauf angeboten habe er aber das brisante Material persönlich nicht, das hätten andere – ohne sein Wissen – gemacht.
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