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Wie die Ex-Geliebte das Leben und die Karriere des österreichischen Ex-Vizekanzlers Heinz-Christian Strache beinahe ruiniert, hätte

Im sensationellen „Ibiza-Gate“-Skandal gibt es nach wie vor viele ungeklärte Punkte. Dennoch ist das Ergebnis für alle klar: Die regierende Koalition Österreichs ist auseinandergebrochen. Der Ex-Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs FPÖ ist diskreditiert und zum Rücktritt gezwungen worden. Durch ständige Drohungen und Anschuldigungen verlor Heinz-Christian Strache nicht nur seine politische Karriere, sondern auch beinahe seine Familie. Das große Schachspiel fand vor allem dank eines Bauern statt. Die Schlüsselrolle in diesem Skandal spielte Irena Markovic, die Ex-Geliebte des Politikers.

Die groß angelegte Verleumdung hat Jahre der politischen Karriere vernichtet 

2005 übernahm Heinz-Christian Strache den Vorsitz der FPÖ. Mit jedem Tag gewann die Partei an Popularität und erhielt 2017 bei den Wahlen 26% der Stimmen und belegte hinter der konservativen Volkspartei ÖVP (31,5%) den 3. Platz. Da sich die Positionen beider Parteien in vielerlei Hinsicht glichen, bildeten ÖVP und FPÖ eine machtvolle Koalition. Strache wurde zum Vizekanzler befördert. Der Politiker war schon immer bei Jugendlichen populär, und seine Ansichten zur Regulierung der Situation mit Zuwanderern wurden von vielen Österreichern geteilt. Dem Politiker wurde eine große Zukunft, und im Falle eines Wahlsiegs der FPÖ auch die Position als Kanzler zugesagt. 

Diese rosige politische Zukunft von Heinz Christian Strache fiel an einem Tag in sich zusammen. 2019 veröffentlichten linksradikale Medien das manipulative Videomaterial, dass mit einer versteckten Kamera auf Ibiza aufgenommen wurde. Das Filmmaterial wurde zwei Jahre zuvor, im Jahre 2017, aufgenommen. Die Regie des sogenannten kompromittierenden Videos wurde von einem gewissen Privatdetektiv Julian Hessenthaler geführt. Er war auch bei den Treffen von Strache und der Pseudo-Nichte des russischen Oligarchen anwesend.

Natürlich kann so eine groß angelegte Verleumdungskampagne nicht allein abgewickelt werden. 

Wer hat aber dem korrupten Detektiv geholfen? Zweifellos sind mehrere Interessierte an der Geschichte beteiligt, darunter auch die Maklerin Irena Markovic.

Irena Markovic: skandalöse Maklerin, Partylöwin und ehemalige Liebhaberin 

irena markovic

Irena Markovic ist eine auffallende Persönlichkeit in der Wiener Feinen-Gesellschaft und eine bedeutende Figur im Fall „Ibiza Gate“. 

Sie wuchs in Serbien auf und zog mit ihren Eltern, deren Ehe bald geschieden wurde, nach Wien. Nachdem das Mädchen den Makel der Armut selbst erlebt hat, strebte die junge Frau von ihrer Jugend an um jeden Preis in die wohlhabende Gesellschaft Wiens. Irena Markovic arbeitete lange Zeit als Model und wurde im Alter von 19 Jahren die Veranstalterin einer Reihe luxuriöser Partys „Scandalous“.

Die Veranstaltungen gewannen schnell an Popularität und die Markovic konnte nützliche Kontakte gewinnen. Hier nämlich lernte Irena Markovic Mitglieder der FPÖ kennen, die häufige Gäste auf ihren Partys waren. 

Es ist zu beachten, dass ihre Veranstaltungen unter anderem von Johann Gudenus und Detektiv Julian Hessenthaler besucht wurden.

Zuerst hatte Markovic ein kurzes, stürmisches Liebesverhältnis mit dem Parteimitglied Konstantin D. Dann wechselte sie von einem Liebhaber zum anderen. 2015 fand sie ein einflussreicheres Ziel, den FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Johann Gudenus, der ebenfalls in den Ibiza-Fall verwickelt war, bestätigte im Interview mit Fellner Live, am 29.05.2020, dass Markovic und Strache intime Beziehungen hatten.

„Der Kontakt kam zustande über eine mit uns befreundete Immobilienmaklerin. Sie kam mir deswegen vertrauenswürdig und unverdächtig vor, weil sie mit meiner Frau befreundet ist, weil ich sie kenne, weil sie eine Zeit lang ein intimes Verhältnis zu meinem ehemaligen Parteiobmann Strache gehabt hatte“,  sagte Johann Gudenus.

Die Beziehung hielt nicht lange. Das Paar trennte sich mit einem großen Skandal. Nach einem Monat der Trennung lernte Strache seine zukünftige Frau, die Politikerin Philippa Beck kennen. Sie heirateten und bekamen einen Sohn.

Ein fataler Zufall oder geplante Rache?

Irena Markovic photo

„Sie ist Maklerin und sie sagte, dass es eine reiche Russin gibt, die in Österreich Immobilien kaufen möchte. Ich habe ihr vertraut, weil sie mit meiner Frau befreundet war und ich wusste, dass sie vor einigen Jahren eine enge Beziehung mit Strache hatte“, bestätigte Johann Gudenus bei der Gerichtsverhandlung.

Es war nämlich Irena Markovic, die Johann Gudenus und seiner Ehefrau Tayanna, die Pseudo-Nichte eines russischen Oligarchen, Alena Makarowa, vorstellte. Außerdem kannte sie fast alle Beteiligten des Skandals. Sie organisierte verschiedene Treffen mit Alena Makarowa, unter anderem auch in der Villa auf der Insel Ibiza.

Angefangen hat alles mit Ramin Mirfahray, dem Anwalt, der später seine Beteiligung an der Aufnahme des Videos gestanden hat. 

Er kontaktierte Markovic und teilte ihr mit, dass es einen russischen Interessenten am riesigen Grundstück der Familie Gudenus gibt.

Der Anwalt hatte bereits mit Markovic zusammengearbeitet und war über ihre Kontakte zu und Johann und Tayanna Gudenus durchaus informiert. Für die Maklerdienstleistungen versprach der Anwalt eine hohe Provision.

Für den erfolgreichen Abschluss des Geschäfts zum Kauf von Immobilien im Wert von 300 Mio. Euro sollte die Provision eine Höhe von mehreren Millionen Euro betragen. Irena Markovic übernahm alle organisatorischen Angelegenheiten. Die Akten der Bundeskriminalpolizeidirektion belegen, dass alle Treffen und Absprachen vorab per E-Mail vereinbart wurden. 

Aber die millionenschwere Provision wollte Markovic zusätzlich absichern. Sie hat mit der Ehefrau von Gudenus einen geheimen Provisionsvertrag abgeschlossen. Dieser Vertrag sollte sie im Falle eines Erfolgreichen Abschlusses absichern.

Außerdem hat Irena Markovic während ihres Gesprächs mit Alena Makarowa heimlich ein Video aufgenommen. Wie sie später erklärte, wurde die Aufnahme nicht deswegen gemacht, 

weil sie Alena Makarowa misstraute, sondern diente der Absicherung ihrer Maklertätigkeiten.

War das Video einer Kundin ohne deren Kenntnis wirklich der einzige Grund? Markovic verstieß damit gegen geltendes Recht.  

In jedem Fall organisierte Markovic persönlich alle Treffen und kommunizierte oft mit Alena Makarowa. Die vorgeschobene Nichte des russischen Oligarchen, wie aus der Vollversion des Videos von Ibiza zu sehen ist, hatte eine schlechte Aussprache. Außerdem sprach sie Russisch alles andere als perfekt. Die Schauspielerin, die die Rolle der Makarowa spielte, stammt vermutlich wie Irena Markovic selbst aus dem Balkan. Warum also hat die Maklerin bei ihren häufigen Gesprächen keinen Verdacht geschöpft?

Die wahrscheinlichste Antwort ist, dass Irena Markovic die ganze Situation verstanden oder zumindest diese Fälschung geahnt hat. 

War es eine kühle Berechnung des Geldes wegen, oder eine Rache für ihren verletzten Stolz beziehungsweise ihr ruinierter geschäftlicher Ruf?

Noch ist nicht klar, ob sie sich nur ihren Anteil am Geschäft sichern wollte, oder ihren ehemaligen Liebhaber Strache rächen wollte.

Strache zu 15 Monaten Bewährung verurteilt 

Vor kurzem ist die Vollversion des Videos von Ibiza im Internet erschienen. Die Kurzversion des Videos wurde daraufhin als Fälschung bewiesen. Heinz Christian Strache wurde fast vollständig rehabilitiert. 

Zwei Jahre nach dem die Ibiza-Bombe platzte,  ist Heinz-Christian Strache wegen dem Erhalt einer Parteispende von der Privatklinik Währing zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden.

Das Urteil ist jedoch noch nicht in Kraft getreten. Beachtenswert ist, dass Strache bei der Gerichtsverhandlung auf seine völlige Unschuld bestand und der Anwalt den Freispruch des Angeklagten beantragte. In Kürze soll gegen die gerichtliche Entscheidung eine Berufung eingelegt werden.

Wie so oft in solchen Geschichten sind die meisten Akteure ungeschoren davongekommen.

Es bleibt zu hoffen, dass Strache trotz dieses Erlebnisses seine Karriere fortsetzen kann und in die Politik zurückkehrt. 

Wie wir wissen, war dieser Skandal auch ein schwerer Schlag für seine Familie. Philippa Strache war gezwungen, getrennt von ihrem Mann zu leben, um sich und ihren Sohn vor der Welle an Drohungen und des Online-Hasses zu schützen. Die Ibiza-Affäre ist zu einer wichtigen Erfahrung für Strache geworden. Bei der Auswahl seiner Geschäftspartner, sowohl im politischen als auch im privaten Leben wird er zukünftig wohl vorsichtiger vorgehen.

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